Grundlagen der TCM (traditionelle chinesische Medizin)
Entstehung von Symptomen
Meridiane
Pferdetypen in der TCM
Grundlagen
Die TCM handelt nach dem Prinzip "Sowohl als auch" und nicht nach "Entweder oder".
Die Ansichtsweise der TCM liegt im Wandel der Dinge, in der Bewegung und nicht auf Struktur oder zu einem bestimmten Zeitpunkt! Hier wird der Körper immer in seiner Gesamtheit betrachtet und auch auf unbedeutende Symptome geachtet, denn diese können ein bedeutender Hinweis auf die Entstehung von Ungleichgewichten sein.
Ein wichtige Rolle bei der Anamnese spielen die Wandlungsphasen, denen eine Jahreszeit, ein Organpaar, ein Gewebe, ein Sinnesorgan, ein äußerer (Klima) und innerer (Emotionen) äußerer und innerer Einfluss, eine Uhrzeit (Auftreten oder Veschlechterung von Symptomen) und ein Geschmack zugeordnet ist.
Die fünf Wandlungsphasen sind eingeteilt in:
Frühling/Holz— Organ: Leber und Gallenblase
Sommer/Feuer——Organ: Herz/Dünndarm und hier als ausnahme auch Pericard und 3facher Erwärmer (kein Organ, sondern System, dass alle Organe unterstützt!)
Spätsommer/Erde—-Organ: Milz und Magen
Herbst/Metall——Organ: Lunge und Dickdarm
Winter/Wasser—-Organ: Niere und Blase
Bei allen Therapien und zur Vorsorge gilt aber folgender Hinweis:
"Die Akupunktur mag regulieren was gestört ist, aber nicht zu reparieren was zerstört ist!"
In der Akupunktur spielen auch Kräuter eine besondere Rolle bei der Harmonisierung von Ungleichgewichten, da sie dem Körper das QI- die Lebensenergie zuführen können.
Die wichtigsten Bausteine der Akupunktur :
Yin und Yang
Ohne Yin (Ruhe) kein Yang (Power)
ohne das eine gibt es das andere nicht, alles ist rund und fließend.
Yin ist Nacht, Yang ist Tag,
Yin ist die Schattenseite des Berges,
Yang die Sonnenseite.
Die Schwäche des Einen bedeutet die Stärke des Anderen. Der Körper ist immer bemüht die Balance zwischen Yin und Yang zu halten, denn wenn diese im Gleichgewicht sind, ist der Körper gesund.
Jing
Jing, ist die Essenz welche in der Niere gespeichert ist und für alle Entstehungs- und Wachstumsprozesse verantwortlich ist (z.B. auch Tumore etc.). Das Jing wird aufgeteilt in vorgeburtliches (Eltern vererbt) und nachgeburtliches (Erworbenes) und läßt sich schwer auffüllen. Wird durch Stress, schlechte Ernährung fehlenden Schlaf schnell aufgebraucht und lässt sich nicht so leicht auffüllen wie Qi
Qi
Qi die Lebensenergie hat ihren Ursprung in der Milz und ist untrennbar mit Blut anzusehen. Ohne Qi kein Leben
Quellen des Qi:
-das Ursprungs-Qi, wird vererbt
-das Atem-Qi, gewinnt Energie aus der Luft
-das Nahrungs-Qi, Energie aus verdauter Nahrung
Ein Lymphstau wird z.B. als Qi-Stau betrachtet
In der TCM
Blut/Xu
Leitsatz des Xu
Das Herz regiert das Blut, hält den harmonischen Kreislauf in Gang. Die Leber kontrolliert das ruhende Blut, bei Bewegung kommt Blut in den Körper. Der Leber Meridian ist wichtig für das harmonische Fließen des Blutes und des Qi. Die Milz leitet das Blut und hält es in den Bahnen. Das Qi schafft und bewegt das Blut, das wiederum die Qi-Produktion und die regulierenden Organe nährt.
Shen/Geist
Der Geist wird im Herzen gespeichert und somit sind auch psychische Probleme mit dem Herzmeridian in Zusammenhang zu bringen.
Yin-Ye/Säfte
Sie werden aus der Nahrung gewonnen und können bei näherem Betrachten sowie dem Qi als auch dem Xue zugeordnet werden. Sie benetzen Haut, Haare, Körperöffnungen, Muskeln, Gelenke, Organe. Schweiß, Urin etc.
Entstehung von Symptomen
Laut TCM entstehen Disharmonien des Körpers und der Emotionen z.B. durch äußere und innere Einflüsse, wie Wind, Kälte, Nässe, Hitze, Trockenheit oder Wut, Trauer, Kummer. Bei der Befragung des Besitzers werden auch Symptome aus der Vergangenheit berücksichtigt, denn sie können die Lebenskraft immer noch beeinflussen, auch wenn sie bereits lange überstanden sind.
Ungleichgewicht der Emotionen
Stress, Ängste, Wut, Aggression, Trauer etc. können den gesamten Körper aus dem Rhythmus bringen. Langwierige emotionale Prozesse können die Organe schwächen und geschwächte Organe können langfristig auch die Emotionen beeinflussen. Die Redewendung "Ich bin sauer" ist hier ein gutes Beispiel, die den Zusammenhang von Wut und der Übersäuerung des Organismus erklärt, die dem Funktionskreis Leber zugeordnet wird.
Ungleichgewicht der Ernährung:
Schlechte Futterqualität und niedrige Nährwerte, Geschmacks-, Farb- und Konservierungsstoffe sowie Pestizide können die die Harmonie des Tieres schwächen. Aber auch Stress beim Fressen, unregelmäßige und zu kurze Fresszeiten können das Gleichgewicht von Körper und Geist beeinträchtigen. Hier legt die TCM ihr Augenmerk auf die Funktionskreise von Milz, Leber und Magen.
Ungleichgewicht durch Traumen:
Ein Unfall, der Tod eines Gefährten oder des Besitzers eine schwere Verletzung sind einige Beispiele die den Körper aus seinem Gleichgewicht bringen, auch wenn sie schon lange zurückliegen und die für ein Ungleichgewicht von körper und Seele sorgen können.
Ungleichgewicht durch Umweltfaktoren:
Klimafaktoren wie Kälte, Wind, Hitze, Feuchtigkeit oder Trockenheit können den Organismus schwächen. Die Verschlechterung bei den gegebenen Wetterverhältnissen ist ein wichtiger Hinweis auf das betroffene Meridiansystem.
Meridiane
Die 12 Hauptmeridiane – Das Energienetzwerk des Pferdes
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird der Körper von einem Netzwerk aus Energiebahnen durchzogen, den sogenannten Meridianen. In ihnen fließt das Qi – die Lebensenergie. Jeder der 12 Hauptmeridiane ist einem Organsystem zugeordnet und beeinflusst sowohl die körperliche Ebene als auch das emotionale Wohlbefinden deines Pferdes.
Sind diese Bahnen frei und das Qi kann ungehindert fließen, ist das Pferd in seiner Kraft. Blockaden hingegen können sich in Steifheit, Unwohlsein oder Leistungsabfall zeigen.
Die Funktionskreise im Überblick:
Lungen-Meridian: Zuständig für die Atmung und die Abgrenzung nach außen (Haut/Fell). Er steht für den Rhythmus und die Aufnahme von Lebensenergie.
Dickdarm-Meridian: Unterstützt das Loslassen – sowohl auf körperlicher Ebene (Verdauung) als auch auf mentaler Ebene.
Magen-Meridian: Die Basis für die Energieaufnahme. Er ist entscheidend für die "Mitte" und die Verwertung der Nahrung.
Milz-Meridian: Verarbeitet die aufgenommene Energie und verteilt sie im Körper. Wichtig für ein starkes Bindegewebe und klare Gedanken.
Herz-Meridian: Der "Kaiser" des Organismus. Er beherbergt den Geist (Shen) und sorgt für mentale Ruhe und Ausstrahlung.
Dünndarm-Meridian: Hilft dabei, "Wichtiges von Unwichtigem" zu trennen – im Darm wie im Informationsfluss der Umwelt.
Blasen-Meridian: Der längste Meridian, der den gesamten Rücken stützt. Er steht für die Vitalität und die Reaktion auf äußere Einflüsse.
Nieren-Meridian: Der Speicher der Lebensessenz (Jing). Er ist das Fundament für Wachstum, Fortpflanzung und die Knochenkraft.
Perikard-Meridian (Kreislauf): Schützt das Herz und reguliert die Blutzirkulation sowie die emotionale Stabilität.
Drei-Erwärmer-Meridian: Kein einzelnes Organ, sondern ein Koordinationssystem, das den Wärmehaushalt und den Stoffwechsel im gesamten Körper reguliert.
Gallenblasen-Meridian: Steht für Entscheidungskraft und die Geschmeidigkeit von Sehnen und Bändern.
Leber-Meridian: Verantwortlich für den freien Fluss des Qi. Er reguliert die Entgiftung und sorgt für emotionale Gelassenheit.
Rechtlicher Hinweis: Die vorgestellten Methoden der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und der Akupunktur sind Verfahren der alternativen Tiermedizin, die wissenschaftlich/schulmedizinisch nicht in allen Punkten anerkannt sind. Alle Angaben über Wirkungsweisen und Einsatzbereiche beruhen auf den Erfahrungswerten der Fachrichtung selbst. Ein Heilversprechen kann daraus nicht abgeleitet werden. Die Behandlung ersetzt nicht die Diagnose oder Therapie durch einen Tierarzt.