Ungleichgewichte der TCM und Meridiansysteme

Entstehung von Symptomen

In der TCM geht man davon aus, dass sich Symptome durch ein Ungleichgewicht des Körpers und der Emotionen zeigen, das z.B. durch äußere und innere Einflüsse, wie z.B. Wind, Kälte, Nässe, Hitze, Trockenheit oder Wut, Trauer, Kummer etc. entstehen kann. Bei dieser naturheilkundlichen Methode werden auch Symptome aus der Vergangenheit berücksichtigt, denn sie können die Lebenskraft immer noch beeinflussen, auch wenn sie bereits lange überstanden sind oder als ausgeheilt gelten. Ein wichtige Rolle bei der Anamnese spielen z.B. Klimafaktoren, Jahres-oder Uhrzeiten, die Geschmacksrichtungen etc. um einen Bezug  zu den betroffenen Organsystemen bzw. Organen herstellen zu können. 

Laut TCM entstehen Symptome z.B. aus einem

Ungleichgewicht der Emotionen

Stress, Ängste, Wut, Aggression, Trauer etc. können den gesamten Körper aus dem Rhythmus bringen, d.h. für Auffälligkeiten sorgen, die z.B. ,den Stoffwechsel, die Verdauung, die Emotionen, die Atmung, die Entgiftungsorgane, die Muskulatur, die Knochen, die Augen, die Ohren, das Maul, die Haut u.v.a.m. betreffen. Langwierige emotionale Prozesse können die Organe schwächen und geschwächte Organe können langfristig auch die Emotionen beeinflussen. Die Redewendung "Ich bin sauer" ist hier ein gutes Beispiel, die den Zusammenhang von Wut und der Übersäuerung des Organismus erklärt und dem Funktionskreis Leber zugeordnet wird. 

Ungleichgewicht der Ernährung: 

Schlechte Futterqualität und niedrige Nährwerte eines Futters können die Ursache von vielen Störungen und auch von Erkrankungen sein. Aber auch Geschmacks-, Farb- und Konservierungsstoffe sowie Pestizide können die Gesundheit bzw. den Stoffwechsel Ihres Tieres schwächen und im Zusammenhang mit vorliegenden Symptomen stehen. Stress beim Fressen, aber auch unregelmäßige und zu kurze Fresszeiten können das Gleichgewicht von Körper und Geist beeinträchtigen. Auch hier sollte die Harmonie der Leber aber auch von Milz und Magen gefördert werden. 

Ungleichgewicht durch Traumen: 

Ein Unfall, der Tod eines Gefährten oder des Besitzers eine schwere Verletzung sind einige Beispiele die den Körper aus seinem Gleichgewicht bringen, auch wenn sie schon lange zurückliegen und auch für körperliche Symptome sorgen können.

Ungleichgewicht durch Umweltfaktoren:

Klimafaktoren wie Kälte, Wind, Hitze, Feuchtigkeit oder Trockenheit können den Organismus schwächen. Die Verschlechterung bei den gegebenen Wetterverhältnissen ist ein wichtiger Hinweis auf das betroffene Organsystem.  

 

Wichtige Organ-, bzw. Meridiansysteme der TCM

 

Leber/Gallenblase: 

Die Leber/General einer Armee:

Bewegt Qi, d.h. die Lebensenergie oder Körperenergie (Ausdauer, Kraft etc.), speichert das Blut, verteilt das Blut in alle Richtungen, beherrscht Sehnen, Bänder und Muskulatur und hat einen engen Bezug zu den Augen und zum Hufwachstum. Die Leber reagiert empfindlich auf alle Stressituationen, wie z.B. auch auf Stallwechsel, anderes Training, Anweiden, Fellwechsel, Herdenprobleme, Schlafmangel, ständiger Lärm und fehlende Ruhepausen, Turnierstress, schlechte Ausrüstung u.v.a.m. Dadurch können sich auch die Leberblutwerte verschlechtern und das sog. "Pseudocushing" auslösen. Die Jahreszeit der Leber ist der Frühling und deshalb macht es auch Sinn, in dieser Jahreszeit die Leber zu stärken, bzw. schon im Winter damit zu beginnen, damit im Frühjahr z.B. der Fellwechsel gut ablaufen kann. Veränderungen der Leber können auch zu Hauterkrankungen führen, denn innere Wind kann für Juckreiz ohne Befund, Stoffwechselprobleme, Krämpfe, Zittern, Bewegungsstörungen, schlechtes Hufwachstum, ständig wiederkehrende Sehnenverletzungen, Muskelhartspann, Verspannungen, Fellprobleme u.v.a.m. sorgen. Wie bereits erwähnt, reguliert der Funktionskreis der Leber die Emotionen und gilt als „General“ einer Armee, der an allen Prozessen im Körper direkt oder indirekt beteiligt ist. Die Harmonisierung der Leber wirkt sich positiv auf alle anderen Organsysteme aus und sollte bei allen vorliegenden Symptomen mit einbezogen werden. Denken Sie daran, dass z.B. bei plötzlicher Reizbarkeit, Aggression, Widersetzlichenkeiten etc. daran, dass Sie die Leber Ihres Pferdes unterstützen, damit die unausgeglichenen Emotionen nicht die Leber schwächen, die dann für zahlreiche Symptome verantwortlich sein können. Die TCM beschreibt den sog. „Leber Typ“ als dynamisch, er hat festes straffes Geweb, ist sehr ausdauernd und in der Regel ranghoch. Die Muskulatur lässt sich gut aufbauen, benötigt aber eine lange Lösungsphase, denn der „Leber Typ“ reagiert oft mit Muskelverspannungen. Ein weiterer Hinweis auf eine Störung der Leber ist die Verstärkung von Symptomen zwischen 1-3 Uhr nachts und bei äußerem Wind. Aber auch „innerer“ Wind, d.h. Blähungen, Spasmen, Koliken und Krämpfe etc. weisen auf ein Ungleichgewicht der Leber hin. 

 

Die Gallenblase

Gibt es als Organ bei Pferden nicht 

Speichert Galle, sondert sie ab. Die Galle wird lt. TCM von der überschüssigen Energie (Qi) der Leber gebildet. Eine Leberstörung bringt automatisch auch Störung der Gallenblase hervor. Die Gallenblase beherrscht die Entscheidung. Bei eineme Qi (Energie) Überschuss reagiert das Tier hektisch, unüberlegt und panisch. Ein Mangel zeigt sich in Unentschlossenheit und Zurückhaltung. Auffälligkeiten zeigen sich zwischen 23-1 Uhr.

 

Milz/Magen 

 

Die Milz /"Die Mitte/die Körperenergie"

Die Milz und der Magen sind der "Dreh-und Angelpunkt" der Gesundheit, denn die TCM versucht jedes Ungleichgewicht im Körper über die Mitte bzw. die Verdauung zu harmonisieren. Laut TCM bildet der Funktionskreis Milz-Pankreas und Magen auch die Lungen- und Nieren-Energie und sorgt für eine "starke Mitte", d.h. ein Gleichgewicht des Körpers, des Geistes und der Emotionen. Die Milz wird als „Mutter“ von Qi (Energie) und Blut bezeichnet und ist an dem Transport von Wasser beteiligt (Verdauung und Wasserhaushalt). Sie wandelt die Nahrung in Energie (Qi) um und hält das Blut in den Bahnen. Neigungen zu Blutungen oder Ödeme etc. weisen z.B. auf eine Störung der Milz hin. 

Die Milz hat Bezug zu den vier Extremitäten, zum Bindegewebe und auch zu den Muskeln. Aber im Gegensatz zur Leber handelt es sich hier um schwache Muskulatur und schlaffes Bindegewebe oder Atrophie (Muskelschwund). Die Milz „öffnet“ sich ins Maul incl. Der Lippen.  Die Jahreszeit ist der Spätsommer und so sollte bereits im Sommer daran gedacht werden, Milz-Pankreas und Magen zu stärken. Verschlechterungen von Symptomen zeigen sich durch äußere Nässe und Feuchtigkeit und zwischen 9-11 Uhr vormittags. Jede äußere Nässe/Feuchtigkeit kann für innere Nässe sorgen, die sich durch Schleimbildung äußert. Ödeme, angelaufene Beine, die sich bei Bewegung bessern, Schleimansammlungen, Kotwasser oder Durchfälle, aber auch Stoffwechselprobleme, EMS, Cushing, sind nur einige Beispiele, die auf ein Ungleichgewicht im Milz-Pankreas bzw. Magen hinweisen können. Der Milz-Typ ist z.B. gut "genährt", gehört zu den leichtfuttrigen Rassen, hat eine Tendenz zu Übergewicht. ist eher ruhiger und rund und entspannt oft mit hängender Unterlippe. Die Muskulatur hat eine weiche Konsistenz und schwaches Bindegewebe. 

Besonders erwähnenswert ist eine ausgeprägte Energielosigkeit, Lustlosigkeit und Schwäche bei Milzproblemen. 

 

Der Magen

Wird als das „Meer der festen und flüssigen Nahrung“ bezeichnet. Er ist zuständig für das Empfangen, Reifen und das Aufspalten der Nahrung. 

Magen und Milz arbeiten sehr eng zusammen und die Milz beherrscht die aufsteigende Energie (Qi) zur Lunge und der Magen die absteigende Energie (Qi) zum Dickdarm. Der Magen trennt die „Abfallprodukte“, d.h. die guten Anteile gelangen zur Milz, dem Dickdarm und zur Niere, dann zur Blase nach unten, zur Ausleitung.

Auffälligkeiten zeigen sich meist zwischen 7-9 Uhr vormittags. 

 

 

Niere/Blase

 

Die Niere/"Wurzel des Lebens"

In der Niere sitzt das sog. Jing, die Lebenskraft, die bei der Geburt vererbt wird. Hier ist die Kondition "festgelegt". Die Niere speichert die Lebenskraft, ist für Geburt, Entwicklung und Reifung zuständig. Die Nierenkraft bzw. Energie beeinflußt jedes Organ im Körper. Die Nieren sind für die Wasserwege bzw. das Wasser im Körper zuständig, versorgen Knochen und das Mark und helfen der Lunge beim Atmen. Deshalb sollte man auch bei Problemen der Atemwege der Stärkung der Nieren Beachtung schenken. Bei einem Mangel der Nieren Energie (Nieren-Qi) kann man die „Luft nicht greifen“ und es kann z.B. Atemnot und eine chronische Atemwegsproblematik etc. entstehen.  Die Nieren sind für Kälte und feuchte Kälte sehr anfällig und die Symptome verschlechtern sich meist zwischen 17-19 Uhr. Symptome wie z.B. bei Arthrose, Arthritis, Spat, Kreuzverschlag aber auch chronische Lungenprobleme u.v.a.m. können auf eine Schwäche im Nieren/Blasensystem hinweisen. Aber auch Wachstumsprobleme, Zahnprobleme, Haut-und Fellprobleme, knöcherne Zubildungen, Harngrieß, Harnsteine etc. stehen im Zusammenhang mit diesem Organsystem. Die Jahreszeit ist der Winter und deshalb sollte man schon im Herbst daran denken, die Nieren zu stärken. Der „Nieren-Typ“ ist meist sehr feingliedrig, hat ein dünnes Fell und fällt durch ein helles Wiehern auf. Er ist eher ängstlich, aber auch lernbegierig und fühlt sich oft überfordert und bringt dann das gelernte durcheinander.

Die Blase

Die Blase, die Lunge und die Haut sind energetisch miteinander verbunden. Die Blase hat Einfluss auf die körpereigene Abwehr und der Zusammenhang von Atemwegsproblemen und Blasenproblemen wird auch in der westlichen Medizin in Zusammenhang gesehen. In der Akupunktur spielt der Blasenmeridian eine wichtige Rolle, denn hier liegen rechts und links neben der Wirbelsäule alle Zustimmungspunkte der Organsysteme, die bei der Behandlung von chronischen Erkrankungen einen besonderen Stellenwert einnehmen. Denn nur in Kombination mit diesen Punkten kann lt. TMC eine chronische Erkrankung positiv beeinflusst werden. Ein Hinweis auf eine Störung  im Nieren-/Blasenmeridian kann auch die Verschlechterung der Symptome zwischen 15-17 Uh

 

weitere Beschreibungen folgen!

 

In meiner Praxis empfehle ich aufgrund der Erfahrungen in meiner Pferdeheilpraxis auch die Kombination von Kräutern und Akupunktur-bzw. Akupressurpunkten, die aber keinen Arzt oder Therapeuten ersetzen!  Erklärungen dazu finden Sie unter "Kräuter und Akupunktur".